Die grosse Zahl der möglichen Tools, die zum Teil nur sehr schwer
installierbar sind, machen den Einstieg in VRML unter Linux nicht einfach.
Startpunkt ist auf jeden Fall die Installation eines VRML2/VRML97 kompatiblen
Browsers.
Zur Zeit haben nur wenige Distributionen einen VRML-Browser in ihrer
Softwareauswahl. Zum Beispiel enthält die Stampede Distribution
lookat oder die Debian Potato Distribution
die VRML-Browser vrwave und freewrl. Vergleicht
man zum Beispiel den
Installationsaufwand des Browsers freewrl unter Debian Potato
mit einer
Distribution, bei der freewrl aus den Sourcen kompiliert werden
muss, so steht die Zeile
apt-get install freewrl
(falls keine Nachfrage kommt, ob Teile der Distribution gelöscht oder
austauscht werden sollen...) einer aufwändigen Installationsschlacht
diverser von
freewrl benötigter
Softwarepackete (FreeType, Digest-MD5,
HTML-Parser, MIME-Base64, URI,
libnet, libwww-perl usw.) gegenüber.
Man muss gerade bei debian darauf achten, dass ein apt-get
Aufruf nicht dazu führt, dass grosse Teile des Systems unbeabsichtigt
ausgetauscht oder gelöscht werden. Entsprechend Probleme traten im
Zusammenhang mit XFree Version 3 und XFree Version 4 auf.
Da in vielen Debianversionen auch Programme beiliegen, die nicht für
XFree86 4.x kompiliert wurden, kann ein unbedachtes "yes" beim
Installationsversuch so eines Programms dazu führen,
das eine funktionierende XFree86 4.x Installation gegen
XFree86 3.x ausgetauscht wird.
Die einfachste Installationsprozedur, wenn die Distribution keinen
VRML-Browser mitliefert, bietet XJ3D. Nach der Installation von
java3d braucht man lediglich einige JAR-Files an die
richtige Stelle zu kopieren und einige javaspezifische Pfade zu setzen,
um loslegen zu können.
Nach FreeWRL erscheint lookat bei der Installation aus den Sourcen
am lohnensten.
lediglich auf Mesa, einigen graphischen Libraries und einer der Libraries
glut, motif/lesstif, qt oder
gtk. Mit Ausnahme von glut sind dies alles
Packete, die in jeder Distribution vorkommen (die Sourcen von
glut finden
sich in einem Subdirectory der Mesa Library). Allerdings muss darauf
geachtet werden, dass
nicht nur diese Libraries selbst, sondern auch deren C/C++ Headerfiles
installiert sind. Das weitere Vorgehen der Installation folgt den
unter Linux/Unix üblichen Sitten und Gebräuchen. Nach Auspacken der
Quellen mit
gzip -cd softwaresourcen.tar.gz | tar -xvf -
und dem Wechseln in das entstehende Subdirectory müssen die Befehle der
weiteren Installation den Dateien README bzw.
INSTALL entnommen werden.
Im Fall von lookat besteht die weitere Installation aus der typischen
Befehlsfolge
./configure make make install
wobei der letzte Befehl normalerweise unter dem Benutzer root ausgeführt werden muss. Danach kann man das entstandene Programm mit der URL einer VRML-Welt testen.
Natürlich kann statt einer Internet-URL auch ein lokales File (z.B. der abgespeicherte VRML-Code des Beispiellistings) angegeben werden.
Um ein VRML-File (Fileextension ».wrl«) in ein HTML-Dokument einzubinden, benutzt man das embed-Tag.
Wie die meisten unter Linux verfügbaren VRML-Viewer
ist lookat aber kein Webbrowser-Plugin.
Allerdings existiert für gtklookat ein Webbrowser-Plugin.
Die allgemeine Mesa Library ist nicht auf eine bestimmte
3D-Graphikhardware oder spezielle Prozessorfeatures abgestimmt.
In neueren Distributionen findet man meistens die auf
XFree86 4.x
abgestimmte Version.
Wer diese wegen inkompatibler Hardware (zum Beispiel Voodoo 2) nicht nutzen
kann, muss häufig vorher Mesa aus den Sourcen neu
übersetzen.
Das am einfachsten zu installierende VRML-Autorenwerkzeug ist wahrscheinlich
art of illusion (das für den Anfang
vollkommen ausreicht). Sie benötigen eigentlich nur eine halbwegs
aktuelle java Installation.
Der nächste Schritt ist die Installation von white_dune.
bevor man die ersten Gehversuche
machen kann.
Das nächste Ziel kann die Installation des statischen 3D Modellers
wings3D sein. Er benötigt eine aktuelle Version der
erlang Entwicklungswerkzeuge. Bei der debian Distribution
liegen diese Entwicklungswerkzeuge als installierbares Packet vor,
während die Installation aus den Quellen sehr zeitaufwendig ist.
Trotzdem lohnt sich der Aufwand.
Veröffentlicht unter der
GNU GENERAL PUBLIC LICENSE Version 2